ÖEV - Österreichische Endometriose Vereinigung

 

Operationen

Information zur Verfügung gestellt von Prof. Dr. Rene Wenzl (Homepage)

Wenn Ihr Frauenarzt/ärztin den Verdacht hat, dass bei Ihnen Endometriose vorliegen könnte, wird er/sie zunächst eine genaue gynäkologische Tastuntersuchung durchführen. Zur Diagnose kann auch eine Ultraschalluntersuchung hilfreich sein. Die genaueste und zuverlässigste Methode, die Erkrankung festzustellen, ist eine Bauchspiegelung, die sog. Laparoskopie. Diese ist eine Operation in Vollnarkose, die im Rahmen eines Aufenthaltes im Krankenhaus durchgeführt werden kann. (Bild) Dabei wird ein dünnes optisches Instrument mit Videoeinrichtung (das Laparoskop) durch einen kleinen Schnitt (1 cm lang) im Bereich des Nabels in die Bauchhöhle eingeführt, um die Bauch- und Beckenorgane sowie die eventuell nachweisbaren Endometrioseherde beurteilen zu können. Von verdächtigen Stellen werden kleine Proben (Biopsien) entnommen und mikroskopisch untersucht, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Endometrioseherde sehen – je nachdem, ob es frische oder ältere Schleimhautabsiedelungen sind und wo diese lokalisiert sind - sehr unterschiedlich aus: rötlich-bräunliche Herde, punktförmig oder zystenartig (sog. „Schokoladenzysten“ an den Eierstöcken), aber auch weißliche Auflagerungen oder Verwachsungen, bei denen es sich um vorwiegend narbiges Gewebe handelt. Dieses bildet der Körper als Reaktion auf die chronischen, entzündlichen Vorgänge, die durch die an falscher Stelle vorhandene Schleimhaut verursacht werden. Oft sind es gerade diese narbigen Verwachsungen, die zu starken Schmerzen und Funktionseinschränkungen beispielsweise im Bereich der Eileiter führen.

Bei der Therapie der Endometriose ist es zunächst wichtig zu unterscheiden, ob die starken Schmerzen, der unerfüllte Kinderwunsch oder die Kombination aus beidem im Vordergrund stehen, um so die Behandlung an die individuellen Bedürfnisse jeder Frau anzupassen. Generell gibt es die Möglichkeit, die Endometriose mit einer Operation zu behandeln, indem Herde durch Wärmeeinwirkung verödet (Koagulation), Zysten ausgeschält oder Verwachsungen gelöst werden. Meist ist dies im Rahmen einer Bauchspiegelung möglich, sodass nur bei sehr ausgedehnter Endometriose oder wiederholten Eingriffen ein größerer Bauchschnitt notwendig ist. Dieser sog. organschonenden Therapieform steht als allerletzte Alternative die Radikaloperation gegenüber, bei der die Eierstöcke und evtl. auch die Gebärmutter entfernt werden. Man erhofft dabei die Besserung der Schmerzen aufgrund des Entzuges weiblicher Hormone, welche vorwiegend in den Eierstöcken produziert werden. Dieser große chirurgische Eingriff wird jedoch nur mehr sehr selten – und wenn überhaupt nur älteren Frauen, die nicht mehr schwanger werden wollen – angeboten. Bei Frauen mit Kinderwunsch weiß man, dass diese nach laparoskopischer Entfernung der Herde (auch wenn diese nur klein waren ) doppelt so leicht schwanger werden wie ohne Operation.

 

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