Hormonelle Therapie
(Information zur verfügung gestellt von Dr. Ambros Huber)
Mögliche Hormonelle Therapieformen:
Unterdrückung der Östrogenbildung durch die Pille, Einleitung eines künstlichen Klimakteriums durch sog. GnRH Analoga (Zoladex, Decapeptyl Depot,…), Danokrin (kontinuierliche Gabe von Gestagenen, Arimidex oder die Hormonspirale
HCG – eine neue Therapieoption?
Die klinische Erfahrung zeigt, dass eine Schwangerschaft die Symptome und auch die Manifestation der Endometriose zum Verschwinden bringt. Im Rahmen von Kaiserschnittentbindungen haben wir beobachtet, dass die zuvor im Rahmen einer Bauchspiegelung diagnostizierten Endometrioseherde nicht mehr nachweisbar waren. Wir führen diesen Effekt auf das nur in der Schwangerschaft vorhandenen Hormon: HCG zurück. Das HCG wird vom Trophoblasten gebildet, erreicht um die 10.- 12. SSW einen Gipfel von ca 350.000 IE und fällt dann kontinuierlich wieder ab auf Werte bis ca 30.000 IE, erst nach der Geburt fällt es dann wieder unterhalb der Nachweisgrenze.
Endometriose ist durch das Wachstum endometriotischer Zellen außerhalb der Gebärmutter gekennzeichnet, wobei bestimmte Immunzellen und deren Produkte eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung und Ausbreitung der Endometrioseherde spielen. Entzündliche Reaktionen sind mit dem Auftreten des Faktors NfkappaB im Zellkern verknüpft, der für die Produktion verschiedenster Entzündungsmediatoren verantwortlich ist.
In Zellkulturstudien und im Tierversuch mit Mäusen haben wir die Effekte des HCG auf die Endometriose studiert; wir konnten zeigen, daß durch Behandlung mit HCG Gene hochreguliert werden, welche zu einer entzündungshemmenden Reaktion führen und das Wachstum von Tumorzellen hemmen können.
Zusätzlich konnten wir feststellen, dass HCG die Aktivierung des entzündungsmediierenden Faktors NFkappaB und die von diesem Faktor abhängigen entzündlichen Reaktionen unterdrückt. Darüberhinaus konnten wir zeigen, dass durch HCG Adhäsionsmoleküle hochreguliert werden, welche zu einem besseren Andocken von Immunabwehrzellen, wie z. B. die natürlichen Killerzellen, an den Endometrioseherden führen. Diese natürlichen Killerzellen können in der Folge zu einer Zerstörung der Endometrioszellen führen.
Wirksamkeit des HCG

Information zur Verfügung gestellt von Prof. Dr. Rene Wenzl (Homepage)
Gelbkörperhormonpräparate (Gestagene)
Das bekannteste Gelbkörperhormonprärarat zur Endometriosetherpie ist die sog. Dreimonatsspritze (MPA,=Medroxyprogesteronacetat). Werden Gestagene über einen längeren Zeitraum gegeben, kommt es zu einer „Ruhigstellung“ und Rückbildung der Endometrioseherde und damit zu einer Besserung der Beschwerden. Häufig treten allerdings lästige Zwischen- und Schmierblutungen auf, weil der natürliche Monatszyklus verändert wird. Manche Frauen nehmen an Gewicht zu und leiden an Kopfschmerzen oder einem Spannungsgefühl in der Brust. Ein Nachteil besteht darin, dass es auch nach Absetzen der Therapie oft mehrere Monate dauert, bis sich der Monatszyklus wieder normalisiert und es zum Eisprung und einer regulären Blutung kommt. Gelbkörperhorme haben andererseits den Vorteil, dass sie bei allen Stadien der Endometriose eingesetzt und auch über längeren Zeitraum hinweg genommen werden können.
Substanzen, welche die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone hemmen (künstlicher
Wechsel, GnRH-Agonisten)
Diese Präparate setzten mit ihrer Wirkung an der Regulationsstelle der Produktion der weiblichen
Hormone im Bereich der Hirnanhangsdrüse an. Sie verhindern, wenn sie als Depotpräparat
verabreicht werden, dass in dieser Drüse zyklisch Hormone gebildet werden, welche den Eierstöcken
das Signal zur Produktion von Östrogenen und Gestagenen geben.
Die Frau befindet sich also während dieser Behandlung in einer Art „künstlichem Wechsel“: die
Produktion der weiblichen Hormone wird unterdrückt, dadurch schrumpfen die Endometriosherde und
die Schmerzen werden sehr wirksam bekämpft. Die Nebenwirkungen erinnern an die Wechseljahre:
es kann zu Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, trockener Scheide, Abnahme des sexuellen
Verlangens, Missstimmung und auch zu minimalem Verlust der Knochendichte kommen. Meist
werden diese Beschwerden im Laufe der Behandlung immer schwächer, bzw. können sie durch
Zugabe eines schwachen Hormonpräparates („add back“) gemildert werden. Nach der Behandlung
verschwinden die Nebenwirkungen immer, und es kommt rasch zur Wiederherstellung des regulären
Monatszyklus.
