Ernährung
Zusammenfassung des Vortrages von Univ.Prof. Dr. René Wenzl zum Thema
„Endometriose und Ernährung – therapeutische Ansatzpunkte“
(R. Wenzl, Ch. Matthai)
Das chronische Beschwerdemuster, unter dem Frauen, die an Endometriose erkrankt sind, leiden, stellt ein ideales Betätigungsfeld für Ernährungsmediziner dar. Die Hoffnung, dass Endometriose durch richtige Ernährung geheilt werden kann, kann zurzeit noch nicht erfüllt werden. Diese Heilung kann aber auch kein anderer schulmedizinischer Ansatz (Operation, Hormone, Medikamente) aber auch keine Alternativ- oder Komplementärmedizin erzielen. Trotzdem kann individuelle richtige Ernährung enorm viel bei der Verbesserung und Linderung der subjektiven Symptome erreichen. Das Spektrum ist vielfältig.
Die Gründe, warum eine korrekte Ernährung – Prof. Wenzl und Dr. Matthai bezeichnen ihr individuelles Konzept als „Heilsame Nahrung“ (siehe Buchvorstellung am Ende dieser Zusammenfassung) – bei Endometriose herausragend wichtig ist, liegen klar auf der Hand:
- Wir können erst mit richtiger Ernährung den vielfältigen Anforderungen des täglichen Lebens – und diese werden immer mehr – gerecht werden und diese meistern.
- Frauen mit Endometriose brauchen eine positive Energiebilanz, da die Krankheit viel Energie fordert .
- Richtige Ernährung fördert die Heilvorgänge .
- Es kann keine definitive Heilung aber eine deutliche Besserung der individuellen Symptome erzielt werden.
- Der Weg zu einer „ eigenen Hitliste an Nahrungsmitteln “ ist arbeitsintensiv - aber er lohnt sich. Darüber hinaus ist die Gestaltung der Ernährung kreativ und macht Spaß!
„Ein guter Arzt geht der Ursache auf den Grund, wenn er den gefunden hat, versucht er eine Besserung durch Ernährungsumstellung, erst wenn das nicht hilft, greift er zur Medizin“ (Chinesischer Arzt)
Die generellen Empfehlungen sind einfach:
KEINE FERTIGPRODUKTE UND ÜBERGEWICHT VERMEIDEN
Vermeiden Sie bereits durch Nahrungsmittelfirmen fertig zubereitete Mahlzeiten bzw. informieren Sie sich über die Inhaltsstoffe. Fertigprodukte enthalten viel Salz, eine große Menge an ungesättigten Fettsäuren und viel versteckten Zucker. All dies führt schnell zu Übergewicht. In den Fettzellen können dann männliche Geschlechtshormone in weibliche umgewandelt werden (die Endometriosetherapie zielt auf Östrogenreduktion ab). Diese stellen aber die ideale hormonelle Ernährung der Endometrioseherde dar. Weiters wird im Fettgewebe Dioxin bis ans Lebensende gespeichert. Dieses Umweltgift entwickelt ungeahnte östrogene Aktivität und belastet daher den Organismus.
KEINE HISTAMINE
Bei Schmerzen während der Regelblutung vermeiden Sie histaminreiche Nahrungsmittel wie Rotwein, Käse, Bier (Hefe) und Wurst sowie Räucherwaren. Histamin hat zahlreiche Rezeptoren in der Gebärmutter und kann somit schmerzverstärkend wirken.
LAKTOSE- UND FRUKTOSEINTOLERANZEN BEDENKEN
Bei Darmproblemen denken Sie an mögliche Laktose- und Fruktoseintoleranzen. Diese können massive Blähungen, Schmerzen aber auch Müdigkeit bis zu depressiven Verstimmungen verursachen. Es handelt sich dabei um eine schlechte Verträglichkeit, nicht um eine Allergie.
Wohlschmeckende – auch ungesunde – Nahrungsmittel sind ab und zu erlaubt. Jedoch nicht täglich!
Jede Empfehlung im ernährungsmedizinischen Sinn kann aber nicht nur auf Verbote oder Warnungen hinauslaufen. Das Konzept „Heilsame Nahrung“ bietet für die einzelnen Symptome, die bei verschiedenen Betroffenen sehr unterschiedlich sein können, auch konkrete – wissenschaftlich untermauerte – Empfehlungen, wie idealer Weise Ihr Einkaufszettel aussehen soll, und wie Sie aus diesem Angebot köstliche Speisen kreieren können.
Bei Müdigkeit und Abgeschlagenheit helfen: Meeresfische (essentielle Fettsäuren, Coenzym Q10) Preisel- (z.B. als Saft) und Heidelbeeren (z.B. getrocknet für Aufguss) sowie frisches Gemüse und Obst .
Bei Darmproblemen steigern Sie Ihren Konsum von Zitronengras, Ingwer, Sojaprodukten und Curry
Bei Schmerzen ist der Genuss von Omega 3 Fettsäuren–reichen Fischen (Lachs*, Thunfisch, Makrele) hilfreich. Chili wirkt ebenfalls schmerzlindernd. Honig und Zimt hilft bei entzündlichen Prozessen.
Bei Wasserstau hilft Spargel auf Grund seiner harntreibenden Wirkung.
Unsere Nahrung bietet die Möglichkeit täglich positiven Einfluss auf unseren Körper zu nehmen, Medikamente einzusparen, weniger Nebenwirkungen zu verspüren und somit ein gesünderes und glücklicheres Leben zu führen.
Eine ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf das Verdauungssystem, die Immunfunktion, den gesamten Stoffwechsel und die Psyche aus. Mit der richtigen Ernährung können somit bestimmte Beschwerdebilder gar nicht erst entstehen. Gerade in der heutigen Zeit, wo bei sinkenden Kalorienbedarf ein Überangebot an kalorien-, fett- und zuckerreicher Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischen Eiweißen besteht, muss allgemein von einer qualitativen und quantitativen Fehl-, meist Überernährung, ausgegangen werden.
Die alte Ernährungspyramide (Basis waren Getreideprodukte) hat somit ausgedient. Die neue Ernährungspyramide baut sich folgendermaßen auf:
